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Mario Cravo Neto wurde am 20. April 1947 in Salvador
da Bahia geboren, wo er heute lebt und arbeitet. Er
wuchs in den Künstlerkreisen seiner Heimatstadt
auf und machte mit siebzehn seine ersten Erfahrungen
in der Bildhauerei und der Fotografie. In diesen Jahren
lernt er Pierre Verger kennen, der als Freund seines
Vaters, des Bildhauers Mario Cravo Júnior, häufig
Gast der Familie ist.
1964 wird sein Vater von der Ford-Stiftung und dem
West-Berliner Senat eingeladen und verbringt dort mit
seiner Familie ein Jahr im Rahmen eines Artists in Residence
Programms. Mario Cravo Neto nutzt diese Zeit zu künstlerischer
Arbeit und vielfältigen Kontakten zur europäischen
Künstler- und Intellektuellenszene. 1968 zieht
er nach New York, um an der Art Student League bei dem
Bildhauer Jack Krueger zu studieren, einem Vertreter
der Konzeptkunst. Die folgenden beiden Jahre werden
von grundlegender Bedeutung für sein weiteres künstlerisches
Schaffen. Aus dieser Zeit stammen die Farbfotoserien
mit dem Titel On the Subway, die zuerst in der Zeitschrift
Camera 35 veröffentlicht wurden, sowie Schwarzweißfotos,
die sich mit der Einsamkeit der Menschen in der Metropole
New York beschäftigen. In seinem Studio in Soho
entwickelt er parallel zur Fotografie Skulpturen, deren
Grundgedanke das "Terrarium" ist: der Anbau
lebender Pflanzen in geschlossener Umgebung.
1970 kehrt Mario Cravo Neto nach Brasilien zurück
und stellt zum ersten Mal auf der XII. Internationalen
Biennale von São Paulo seine in New York geschaffenen
Terrarien-Skulpturen aus. Es folgen mehrere Einzel-
und Gruppenausstellungen in Brasilien und im Ausland.
Nach einem schweren Autounfall 1975 beginnt er sich
auf konzeptionelle Studiofotografie zu konzentrieren.
In dieser Zeit entstehen auch mehrere Kurzfilme und
Videos. Seine Fotos werden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen
gezeigt, in denen er zumeist mit Großprojektionen
arbeitet. 1979 stellte er gemeinsam mit Pierre Verger
im Museu de Arte de São Paulo aus. 1996 kuratierte
er in der Witkin Gallery New York die letzte Fotoausstellung
Pierre Vergers vor dessen Tod.
Zwischen 1999 und 2004 veröffentlicht er verschiedene
Fotobände, die sich mit der afro-brasilianischen
Kultur und speziell dem Candomblé *) in seiner Heimatstadt
beschäftigen. Die hier vorgestellte Fotoinstallation
Trance_Territorries versammelt Arbeiten aus dieser Schaffenszeit.
Zahlreiche Fotos wurden in der Candomblé-Stätte
Ilê Axe Opó Aganju von Balbino Daniel de
Paula aufgenommen (siehe Foto), die auch Pierre Verger
regelmäßig aufgesucht hat. Cravo Neto bezeichnet
Trance_Territorries als das vorläufige Resultat
einer langjährigen inneren Erfahrung und poetischen
Interpretation seiner Religion. Die Fotoinstallation
ist u.a. der afrobrasilianischen Gottheit Oxossi und
den intensiven Begegnungen mit Pierre Verger in Bahia
gewidmet.
"Oxossi ist der Neugeborene, der Beginn einer
afrikanischen Kêtu Tradition in Brasilien, der
sogenannte 'große axexé', den man als Ursprung
und Bindeglied verstehen kann." M. Cravo Neto
Auswahl an Einzelausstellungen 1990 - 2004
VI Biennale de l’Art Contemporain, Dakar (2004);
Museo de Bellas Artes, Caracas; Centro Cultural Banco
do Brasil, Rio de Janeiro; Gallleri Image, Arhus; Galeria
Bolsa de Arte, Rio de Janeiro; Daros Latin America,
Zürich (2003); Galeria André Millan, Sao
Paulo; Galeria Paulo Darzé, Salvador; IFA-Galerien
Stuttgart, Berlin, Bonn (2002); Espaçio Cultural
ECCO, Brasilia; Galleria Carla Sozzani, Mailand; Yancey
Richardson Gallery, New York (2001); Nationalhistoriske
Museum pá Frederiksborg; Palacio Aguirre de Cartagena;
Contemporain de Lyon (2000); Pinacoteca do Estado de
Sao Paulo; Espaço Neogama, Sao Paulo; Sicardi
Sanders Gallery, Houston; Centro de Fotografia Universidad,
Salamanca (1999); Galeria Visor, Valencia; Galeria S-292,
Barcelona; Galerie Esther Woerdehoff, Paris; Centro
Cultural Recoleta, Buenos Aires ; Galeria Pierre Verger,
Salvador, Bahia; Photo Espana, Madrid (1998); Fahey
Klein Gallery, Los Angeles; Oldenburger Kunstverein
(1997); Bentley Gallery, Scottsdale, Arizona; Bohusläns
Museum, Uddevalla; Boras Kunstmuseeet; Solar do Barao,
Curitiba; Museum für Fotografie Braunschweig (1996);
Kunstverein Steyr, Stein; Museu de Arte Moderna, Rio
de Janeiro; Centro Cultural de Bélem, Lissabon;
Catherine Edelman Gallery, Chicago (1995); The Witkin
Gallery, New York; Susan Spiritus Gallery, Costa Mesa,
CA; Frankfurter Kunstverein (1994); Museum of Photographic
Art, San Diego; Fisher Gallery, Los Angeles; Kathleen
Ewing Gallery, Washington, DC; Vision Gallery, San Francisco
(1993); Fahley/Klein Gallery, Los Angeles; Galeria Módulo,
Lissabon; Houston FotoFest (1992); Ada Galeria, Salvador,
Bahia; Galeria del Teatro General San Martin, Buenos
Aires; Canon Image Center, Amsterdam; Galerie Springer,
Berlin (1990)
Fotobände 2000 - 2004
Salvador, Áries Editora
Laróyè, Áries Editora
The Eternal Now, Áries Editora
Na Terra_Sob Meus Pés, Edited by Centro Cultural
Banco do Brasil
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Mario Cravo Neto und Balbino Daniel de Paula |