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Im Candomblé *) verehrte Gottheiten, von den verschleppten Sklaven besonders der Yoruba-Völker *) nach Brasilien mitgebracht. In Afrika waren es zu Göttern aufgestiegene Könige, Königinnen, mythische Helden oder andere Vorfahren.
"Ursprünglich ehrte in Afrika jede Gruppe ihre eigenen Vorfahren, und jede Ortschaft war mit einer lokalen Gottheit verbunden, die oft ein Vorfahre der örtlichen Herrscherdynastie war, ein Führer der eigenen Sippe oder jemand, der der Gruppe auf ganz besondere Weise half und beistand. ... In der Diaspora bildete sich aufgrund der veränderten Gegebenheiten ein wahres Pantheon von Gottheiten, mit der Konzentration einer großen Anzahl von Orixá in demselben Terreiro *) als einem mythischen Raum. In erster Linie war es die Aufrechterhaltung eines symbolischen Erbgutes, worauf sich die Verantwortung für die Kontinuität der afrikanischen Weltanschauung im Exil stützte. Es wurde ein Repertoire von Regeln mit dem Anspruch auf Ursprünglichkeit neu gebildet, um die schöpferische Basis der afrikanischen Religiösität zu erhalten." [1]
"Die Orixá sind Offenbarungen der geistigen Macht der höchsten Gottheit Olorun *). Sie sind Vermittler zwischen der höchsten Wesenheit Olorun und den Gläubigen. Die Orixá sind sowohl die Ahnen als auch die Kräfte der Natur." [2]
Die Orixás haben durchaus ihre Schwächen und können Irrtümer und Fehler begehen. In seinem Buch Orixas vergleicht Pierre Verger die Yoruba-Gottheiten in Afrika und der Neuen Welt und ordnet ihnen menschliche Archetypen zu. Jeder Gläubige steht lebenslang unter dem Schutz seines individuell ausgewählten Orixá.
Die Orixás sind eng mit den Kräften der Natur verbunden, wie der Luft, dem Wasser, Bergen, Pflanzen, Tieren. Außerdem gehören zu jeder Gottheit spezifische Attribute: eine Farbe, ein Metall, ein Wochentag, eine Lieblingsspeise, bestimmte Trommelschläge, etc.. Mehrere Orixá erfüllen konkrete Aufgaben und soziale Funktionen, z.B. Xango als Krieger, Oxossi als Jäger, Ogun als Schmied.
In Brasilien und in anderen Ländern Amerikas - so in Kuba in der Santería - wurden die afrikanischen Gottheiten zur Tarnung mit katholischen Heiligen assoziiert, um die Religion trotz des Verbots praktizieren zu können. Im Candomblé Brasiliens entsprechen z.B. Xango dem Hl. Hieronymus und Oxossi dem Hl. Georg (siehe die einzelnen Orixás).
Anmerkungen:
1. |
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Moema Parente Augel: AXÉ - Lebensenergie und sakrale Kraft. Die dynamische Struktur der Welt der Orixá. In: Trigon Nr. 4, Berlin 1994, S. 88 |
2. |
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ebenda, S. 89 |
Siehe auch die Links zu Texten unter >> Glossar: Candomblé
Siehe Fotos, Texte: >> Candomblé
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Einige Orixás:
Olorun, Olodumaré höchste Gottheit
Exú Götterbote, Wächter der Wege und Opfergaben
Ibêji Kinder, Spaßes, Fröhlichkeit
Nanã sehr alte Göttin, lebt im Sumpf
Obaluaé, Omolu Leiden, Krankheiten
Obatalá, Oxalá Sohn des Olorun
Ogum Krieg, Eisen
Osain, Ossaim Heilkräuter, Medizin
Oxossi Jagd, Jäger
Oxumaré Regenbogen
Xango Feuer, Donner, Blitze
Yansa, Iansa Frau Xangos, Gewitter, Sturm, Blitze
Yemanja, Iemanjá Mutter mehrerer Götter, Wasser, lebt im Meer
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